Situationsbericht 2005 Kinder- und Jugendprojekt

The Warriors of Hope

 

 

Nach Unterzeichnung des Beitrittsvertrages im Frühjahr 2005 wird Rumänien voraussichtlich 2007 in die Europäische Union eintreten. Um den EU-Normen zu genügen werden zurzeit in Rumänien viele neue Gesetze und Gesetzesänderungen geschaffen. Im Zuge dieser Massnahmen wurden wir Ende März dieses Jahres von unserem Betreuungspersonal in Rumänien informiert, dass unsere Einrichtung für Strassenkinder, das Kinder- und Jugendhaus „Lichtblick“, von den rumänischen Behörden vorübergehend geschlossen wurde und die Kinder zurück ins Elendsviertel „Khekeci“ von Arad oder in staatlichen Heimen untergebracht wurden. Tibor, ein zehnjähriger Junge, wurde beispielsweise im März dieses Jahres von einem Tag auf den anderen aus dem regulären Schulunterricht herausgerissen und lebt nun in „Khekeci“ unter katastrophalen Bedingungen. Nach Erhalt dieser schockierenden Nachrichten haben wir die Schweizer Botschaft in Bukarest kontaktiert, welche sodann bei den Behörden offiziell nachgefragt und uns die verantwortlichen Personen in Rumänien vermittelt hat. Ebenso haben wir in Erfahrung gebracht, dass mehrere andere rumänische Kinderhilfswerke mit vergleichbaren Problemen konfrontiert worden sind.

 

Nach der Kontaktaufnahme mit den rumänischen Behörden wurden wir dahin informiert, dass die Auflagen für die Weiterführung des Kinder- und Jugendhauses „Lichtblick“ vor allem bauliche Anpassungen sowie die Einstellung von zusätzlichem Personal beinhalten. Aufgrund einer Einladung vom Amt für Kinderschutz und Sozialhilfe machte sich dann am 23. August 2005 eine Stiftungsdelegation nach Rumänien auf, um mit den Behörden die nötigen Schritte für eine Wiedereröffnung des Kinder- und Jugendhauses „Lichtblick“ einzuleiten. Zu dieser Reise finden Sie einen Erfahrungsbericht unserer Stiftungsdelegation. Das Wichtigste in Kürze: Vor Ort ist es uns innerhalb einer Woche gelungen, grosse Sympathie für unser Projekt zu gewinnen. Die Auflagen der rumänischen Behörden sind für uns nun klar und werden derzeit umgesetzt. Von den rumänischen Behörden wurde uns zugesichert, dass die Kinder in das Kinder- und Jugendhaus „Lichtblick“ zurückkehren können, der Rückführungsprozess wurde zum Teil bereits eingeleitet.

 

Tibor wurde und wird in Arad durch unser Nothilfeprojekt ambulant betreut, die anderen Kinder, die von der vorübergehenden Schliessung betroffen sind, werden ebenfalls bis zu ihrer Rückkehr ins „Lichtblick“ durch unsere Anlaufstelle in Cluj bzw. das Nothilfeprojekt in Arad betreut.

 

Der grösste Wunsch unserer Kinder und Jugendlichen ist es, ins Kinder- und Jugendhaus „Lichtblick“ zurückkehren zu dürfen. Die Auflagen der rumänischen Behörden erfordern finanzielle Mittel, die wir jedoch nur dann zur Verfügung haben, wenn wir auf breite Unterstützung zählen können. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe.

 

 

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