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Die Entstehung von The
Warriors of Hope Der 1. Januar 1996
brachte viel Regen und Graupelschauer mit sich. Etwa um drei Uhr begab ich
mich zum Hauptbahnhof von Cluj, doch schon in der Ankunftshalle
erfuhr ich, dass die direkte Strecke nach Budapest wegen einer Überschwemmung
gesperrt war. Situationsbedingt blieb mir nichts anderes übrig, als über
einen Umweg nach Ungarn zu gelangen. Die geänderte Reiseroute führte mich in
die rumänische Grenzstadt Arad, wo ich einen
mehrstündigen Aufenthalt hinter mich bringen musste. Der heruntergekommene,
verlassene Bahnhof von Arad erwartete mich mit
einer üblen Stimmung, die wenigen, finsteren Gestalten flössten mir Angst
ein. Ich hatte Hunger, doch das Bahnhofbuffet war während der Feiertage
geschlossen. Leidvoll setzte ich mich in eine Ecke auf den Boden. Nach einer
halben Stunde Trübsal blasen wurde ich von einer Schar Strassenkinder
entdeckt, die sich mir langsam näherten und mich hungrig um ein paar Almosen
baten. Ich schlug vor, sie in ein Restaurant einzuladen. Dieses Angebot
liessen sich die Kinder natürlich nicht entgehen, und schon wenig später
fanden wir uns in einem gemütlichen Restaurant wieder, das ich ohne die
ortskundige Hilfe meiner Begleiter kaum gefunden hätte. Meine geladenen Gäste
in zerlumpten Kleidern waren alle Romakinder im
Alter von 10 - 14 Jahren. Mir fiel auf, wie sie trotz ihres freundlichen
Verhaltens eher misstrauisch waren. An diesem Abend konnte ich nicht viel
über sie und ihre Situation herausfinden, doch ich begriff, dass sie in einer
für mich bis anhin fast unvorstellbaren Armut lebten. Meine kleinen Gäste
baten mich, so bald wie möglich nach Arad
zurückzukehren um ihnen irgendwie zu helfen. Ich beschloss, in der Schweiz
gebrauchte Kleider zu sammeln, und versprach ihnen, die Kleider bis
spätestens im Frühjahr zu überreichen. Erst am frühen Morgen
verliess mein Zug mit einiger Verspätung den Bahnhof. Während ich langsam auf
die rumänische Grenze zufuhr, erkannte ich draussen umrisshaft die grauen
Wohnblöcke von Arad. Ich wurde sehr nachdenklich.
Wer gibt mir das Recht, besser zu leben als die Strassenkinder von Arad? Ist es nicht meine Pflicht, mit den Armen,
insbesondere mit den Kindern, meine Privilegien zu teilen? Im April kehrte ich
dann nach Arad zurück. Stundenlang streifte ich
durch die Stadt, ehe ich die Kinder gefunden hatte. Ich entdeckte sie in
einem Park, wo sie sich mit der Schnüffeldroge Aurolac
volldröhnten. Wir verbrachten den restlichen Tag
miteinander, spazierten in der Stadt umher und gingen zusammen essen. Am
Abend setzten wir uns in einen Park und plauderten miteinander, während mein
mitgebrachtes Kassettengerät nebst Songs von Santana und Tracy Chapman einige Hip-Hopbeats von
Sens Unik wiedergab. Nicht nur mir, auch den
Kindern schien diese Musik zu gefallen, und im Verlauf dieses Abends hatte
ich das erste Mal das Gefühl, dass wir uns ein wenig nähergekommen
waren. Am nächsten Tag begab
ich mich um zwölf Uhr zum Bahnhof, wo ich mich mit den Kindern verabredet
hatte. Dort angekommen traf ich jedoch nur auf Dan, der mir erzählte, dass
seine Freunde aus Angst vor einer Falle nicht zum vereinbarten Treffen
gekommen waren. Dan war anscheinend das einzige
Kind, dessen volles Vertrauen ich genoss, was er mir auch bestätigte. Wir
beschlossen, die anderen Kinder zu suchen. Während wir zusammen durch Arad zogen, erzählte er mir ein wenig von sich und seinem
Umfeld. Ich erfuhr, dass er
zusammen mit seiner Mutter und drei weiteren Brüdern in Khekheci,
einem slumartigen Quartier in Arad, in einer Art
Baracke wohnt. Seine Mutter, so berichtete weiter, mag er sehr gerne, leider
jedoch ist sie wegen einer chronischen Krankheit nicht in der Lage, ihm sein
täglich Brot zu garantieren. Daher ist er gezwungen, seine Ernährung fast
immer selber zu organisieren. Manchmal greift er zur Droge Aurolac, die ihn Hunger und Wirklichkeit wenigstens für
ein paar Stunden vergessen lässt. Ich fand heraus, dass er nur bis 35 zählen
kann, denn die Schule hatte er bis zu unserem Zusammentreffen nur ein paar
Wochen besucht. Dan erzählte mir aber auch von
vergangenen, schönen Zeiten, von seiner Liebe zur Musik und von seinen
Träumen. Während ich Dans Erzählungen zuhörte, ahnte ich, dass dieser Tag der
Beginn einer wundervollen Epoche war. Nach und nach trafen
wir auf die anderen Kinder. Als unsere Gruppe komplett war, begann ich mit
der Kleiderverteilung. Über ihre neusten Errungenschaften freuten sich die
Kinder sehr, und mit einer fröhlichen Schar begaben wir uns zu einem Picknick
im Park. Während des Essens
fragte ich die Kinder, ob sie Lust hätten, mit mir im Sommer in ein Zeltlager
nach Costinesti am Schwarzen Meer zu fahren. Auf
dieses Angebot reagierten sie anfangs eher ablehnend, doch als Dan sie von
den Vorteilen solcher Ferien überzeugte, willigten sie ein. Nach zwei Tagen
Aufenthalt in Arad reiste ich nach Cluj, das etwa vier Stunden von Arad
entfernt liegt. Überglücklich sass ich im Zug und fuhr quer durch Rumänien.
Endlich durfte ich aus eigener Kraft etwas gegen die Armut auf dieser Welt
tun. In Cluj
angekommen, erzählte ich meinen Freunden in der transilvanischen
Stadt von meinen Erlebnissen, die diese Neuigkeit mit grossem Erstaunen
entgegennahmen. Auch Remus, mein Patenkind, freute sich sehr über die Geschehnisse.
Remus feierte in diesem Jahr seinen sechzehnten Geburtstag. Als ich ihn 1992
im Rahmen von meinen damaligen Interrailferien das erste Mal traf, fand ich
ihn in sehr armen Verhältnissen bei seiner Mutter lebend. Damals konnte Remus
weder Lesen noch Schreiben, auch er war gezwungen, sein Dasein zumindest
tagsüber auf der Strasse zu fristen. Ich beschloss, Remus‘ Familie mit einem
monatlichen Betrag zu unterstützen und Remus zur Schule zu schicken. Der Freund von Remu’s Mutter, seine Schwester und Remus selbst
entschlossen sich spontan zur Teilnahme am geplanten Sommerlager. Remus
bestand darauf, dass sein bester Freund Arthur und seine jüngere Schwester
Helena ebenfalls an diesem Vorhaben teilnahmen, dagegen hatte ich nichts
einzuwenden. Ich wusste, dass Remus und seine Freunde wertvolle Helfer sein
würden, und so konnte ich mit gutem Gewissen mit der Organisation des Lagers
beginnen. Mitte Juli war es dann
soweit. Kurz vor der Abreise in Zürich wurde mir ein wenig mulmig zu Mute,
denn ich übernahm das erste Mal in meinem Leben die alleinige Verantwortung
für einige Kinder. In Arad
traf ich zunächst auf Remus und seine Begleiter. Zusammen machten wir uns auf
die Kindersuche. Im Gegensatz zum letzten Mal wurde ich von den Kindern mit
grosser Freude begrüsst, vor allem Dan war an diesem Abend überglücklich.
Unsere Gruppe bestand nun aus sieben Kinder, zwei Jugendlichen und drei
Erwachsenen. Die Fahrt von Arad nach Costinesti dauerte
vierzehn Stunden. Die Reise verlief sehr friedlich, während der Zugfahrt unterhielten wir uns mit Karten- und anderen
Spielen. Der blaue, wolkenlose
Himmel von Costinesti und das milde Klima sorgten
für eine heitere Ferienstimmung von Anfang an. Die flache, üppige Landschaft
um uns herum und die schnuckligen Häuser liessen
uns beinahe glauben, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein. Vom Bahnhof
aus führte uns ein Einheimischer zu einem äusserst preiswerten Campingplatz.
Das meiste Gepäck, das wir von der Bahnstation zum Zeltplatz tragen mussten,
nahmen die Kinder an sich, so dass mir nur noch ein kleiner Rucksack blieb.
Als ich ihnen beim Tragen helfen wollte, vertrieben sie mich beleidigt. Unser kleiner
Zeltplatz, der etwas ausserhalb vom Dorf lag, war nicht gerade luxuriös, doch
alles war vorhanden, was wir benötigten, und abgesehen von dem doch eher
unflätig riechenden Lokus konnten wir uns wirklich sehr glücklich schätzen.
Gemeinsam stellten wir die Zelte auf, begrüssten unsere künftigen
Campingnachbarn und verspeisten ein bodenständiges Dinner unter freiem
Himmel. Nach dem Einbruch der
Nacht begaben wir uns ins Feriendorf. Als wir gerade losmarschierten, zeigte
sich am Himmel ein gigantisches Feuerwerk, das etwa zehn Minuten andauerte.
Später erfuhren wir, dass an diesem Abend über dem Meer ein Werbefilm gedreht
wurde und zu diesem Zweck das Feuerwerk veranstaltet wurde. Ich hatte jedoch
die starke Vermutung, dass dieses Lichtspektakel kein Zufall war und
irgendwie ahnte ich, dass unser Camp unter einem guten Stern stand. Während der folgenden
Tage schliefen wir uns kräftig aus. Nach einem währschaften
Frühstück begaben wir uns meist ans Meer. Dem türkisblauen, klaren Wasser
konnten wir kaum widerstehen und so stürzten wir uns fast täglich in die
angenehm warmen Fluten. Wir planschten, spielten Ball oder schaukelten mit
Luftmatratzen auf den sanften Wellen. Den Vorabend verbrachten wir in der
Lagerstätte, wo wir Theaterstücke improvisierten oder Fussball spielten. Nach
Sonnenuntergang machten wir uns auf den Weg ins Dorf, um dem abendlichen
Treiben von Costinesti beizuwohnen.
Strassenkünstler, Zirkusvorstellungen oder andere kulturelle Veranstaltungen
liessen die späten Stunden wie im Fluge vergehen. Die schönsten Abende
verbrachten wir jedoch am Lagerfeuer bei Musik, wo wir uns lustige,
unheimliche oder traurige Geschichten erzählten. Das Wichtigste war
jedoch, dass in unserem Camp alle gleich viel Verantwortung zu tragen hatten,
sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen. Die Lagerregeln wurden von allen
bestimmt, was auch dazu führte, dass sie von allen eingehalten wurden. Ich
bin mir sicher, dass die Mitbestimmung der Regeln auch der Hauptgrund war,
weshalb die Kinder während der ganzen Woche nicht im Geringsten das Bedürfnis
nach Aurolac verspürten. Die Gleichberechtigung
sorgte aber vor allem für das gegenseitige Vertrauen, dass ohne Zweifel
täglich wuchs. Dadurch erfuhr ich immer mehr von den Kindern und ihrem Dasein
in Arad. Alleingelassen irren sie oft tagelang mit
knurrendem Magen in ihrer Stadt herum. Manchmal finden sie Gelegenheit, etwas
zu verkaufen, obwohl sie sich dabei kaum mehr als eine Hand voll Reis
verdienen. Sie sehen den Reichtum einiger weniger Leute in ihrer Stadt und
fragen sich, warum gerade sie hungern müssen. Von der rumänischen
Gesellschaft werden sie ausgestossen und von der Polizei geschlagen. Die
Schule haben sie längst verlassen, weil die rumänischen Romakinder
als dumm und lernunfähig eingestuft werden und meist schon in den ersten
Schuljahren in Klassen für geistig Behinderte geschickt werden. Diese und andere
Tatsachen machten mir klar, dass sich mit einer Lagerwoche die gegenwärtige
Situation der Kinder kaum verändern wird. Daher beschloss ich, den Aufbau
einer schon seit längerem geplanten Kinderwohngruppe in Rumänien bald
Wirklichkeit werden zu lassen, um den Kindern den Weg in eine hoffnungsvolle
Zukunft zu ebnen. Auch die Kinder im Lager wünschten sich einen Ort, der
ihnen ein angenehmes zu Hause bietet und an dem sie so akzeptiert werden, wie
sie sind. Remus und seine Freunde
entschlossen sich, mir beim Aufbau einer Wohngruppe tatkräftig zur Seite zu
stehen. Sie verstanden sich ausgezeichnet mit den Kindern und leisteten
grossartige Hilfe, die zweifellos grundlegend zum reibungslosen Ablauf des
Lagers beitrug. Unsere Ferienwoche war
schnell vorbei. Während die Kinder auf der Rückfahrt wunderschöne rumänische
Volkslieder sangen, zog ich eine kleine Bilanz. Für uns alle bedeutete das
Lagererlebnis eine schöne, fast paradiesische Zeit, die uns wohl noch lange
in Erinnerung bleiben wird. Die Kinder fanden neuen Mut und durften zum
ersten Mal seit langer Zeit die Hoffnung auf ein besseres Leben schöpfen. Der Abschied in Arad fiel uns nicht leicht. Es flossen Tränen, nicht nur
auf Seiten der Kinder, doch wir alle trennten uns mit der Zuversicht, dass
sich eines Tages alles zum Besseren wenden wird. Nach einigen weiteren
Lagern mit den Kindern hat unser Projekt Gestalt angenommen. Die meisten
Kinder der damaligen Feriengruppe haben ihr neues Zuhause in unserer im
Januar 98 eröffneten Wohngruppe gefunden. Die Kinder wurden von da an bei
einer Pflegefamilie rund um die Uhr betreut, die BetreuerInnen
legen jedoch sehr viel Wert auf die Selbständigkeit der Kinder. Die
Ausgangslage war für die Wohngruppe allerdings alles andere als einfach. Zu
Beginn dieses Jahres litten die Kinder durch einstiges Schnüffeln der Droge Aurolac an Lungenerkrankungen, darüber hinaus wurde klar,
wie gewaltbereit die Kinder waren. Raufereien untereinander oder Gewalt gegen
in der Nachbarschaft wohnenden Kinder wurden immer
mehr zur Gewohnheit. Die Raufereien wurden vor allem von unserer herzensguten
Maria bedauert, sie begriff jedoch, dass die Kinder das harte Leben auf der
Strasse nicht einfach so in wenigen Wochen vergessen konnten. Trotzdem, so
gewaltbereit die Kinder auf der einen Seite waren, so gutherzig,
freundschaftlich und goldig konnten sie sich auf der anderen Seite zeigen. Geduld, liebevolles
Verständnis und einen kühlen Kopf von Maria und den anderen BetreuerInnen führte schliesslich dazu, dass die Kinder
nach einem halben Jahr immer weniger in Raufereien verwickelt waren und es
heute gar nicht mehr sind. Auch ein anderes Problem löste sich im Sommer
1998: Dank intensiver ärztlicher Betreuung wurden die Kinder gesund. Eine
andere harte Nuss galt es jedoch noch zu knacken: Fast alle Kinder verfügten
über keine persönlichen Dokumente (Geburtsurkunden, Identitätskarten usw.),
da sie von ihren Eltern bei der Geburt nie registriert worden sind. Die
Zusammenarbeit mit den Behörden verlief diesbezüglich sehr harzig, doch mit
kleinen Schritten kamen wir unserem Ziel immer näher und die meisten der
Kinder erhielten mit der Zeit ihre Ausweispapiere. Wenn ich in Zürich bin,
denke ich oft an meine Freunde in Rumänien. Es fällt mir nicht leicht, mitanzusehen, wie einige Menschen hierzulande gedankenlos
in Luxus schwelgen, während in Rumänien und andernorts Kinder hungrig durch
die Strassen ziehen. Doch ich bin nicht alleine mit meinen Gedanken; Zusammen
mit einigen meiner Freunde gründete ich die Schweizer Stiftung "Warriors of Hope". Um die Wohngruppe zu
finanzieren, veranstalten wir Benefizanlässe, sammeln Spenden, versuchen bei
öffentlichen Stellen finanzielle Zuwendung zu erhalten oder verkaufen an
Standaktionen Bastelbögen und Kuchen. Im Herbst 1998 organisierten wir die
erste "DubnBass" in der Roten Fabrik
Zürich, heute findet diese Partyreihe zusammen mit anderen Veranstaltungen
wie "Kingston Vibration" oder "Electrotec"
fast einmal im Monat erfolgreich und gut besucht statt. Die Einnahmen dieser
Veranstaltungen gehen ausschliesslich zu Gunsten unseres Projekts in
Rumänien. Ende November 98 wurde unser Projekt von der "ExpertInnenkommision des Bundes für Jugendprojekte in
Mittel- und Osteuropa" besucht, die Besucher waren tief beeindruckt von
unserem Einsatz in Rumänien, ein guter Bericht liess demzufolge nicht lange
auf sich warten. Im Mai 1999 wurde unserem Antrag um finanzielle Hilfe zum
Aufbau eines Jugendtreffs in Cluj von der ExpertInnenkommision stattgegeben. Im Oktober 2000 wurde
der Jugendtreff Cluj eröffnet. Bald schon tummelten
sich dort Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren, und abgesehen
davon, dass die Kinder und Jugendlichen Breakdance-
oder Computerunterricht erhielten, hatten sie die Möglichkeit, sich einmal im
Tag mit einer warmen Mahlzeit zu verpflegen. Ende Juni 2002 kündigten wir das
damalige Mietverhältnis für den Jugendtreff, da das
Preis-/Leistungsverhältnis nicht mehr stimmte. Kurze Zeit später hatten wir
eine Lokalität in einem Vorort von Cluj gefunden,
die sich für die Weiterführung vom Jugendtreff ausgezeichnet eignet. Das neue
Kinder- und Jugendhaus Lichtblick bietet bessere Platzverhältnisse für
erweiterte Computerkurse und einen grossen Garten, um Gemüse und Früchte
anzubauen. Im Lichtblick integriert sind Schlafplätze für von
familiären Krisensituationen betroffene Kinder und Jugendliche. 2004 wurde
der Lichtblick um ein zusätzliches Gebäude mit Schlafplätzen erweitert. Da
sich nun alle festen Schlafplätze im Lichtblick befinden, wurde die Lokalität
der Wohngruppe gewechselt und in eine Anlaufstelle umfunktioniert. Die
Anlaufstelle bietet Kindern und Jugendlichen Beratung, Gratismahlzeiten oder
eine temporäre Bleibe. Im September 2004 erhielt unser Rumänienprojekt vom
Strassenmagazin Surprise Besuch. Mit einem guten
Bericht im Surprise Nr. 91 wurde für The Warriors of Hope ein
weiterer Meilenstein gesetzt. Das Wichtigste ist
jedoch, dass die Kinder und Jugendlichen durch unsere Betreuung ein soziales
Umfeld erhalten, was im Moment in Rumänien von grosser Bedeutung ist. Die
Eltern vieler Jugendlicher sind vielfach mit zwei Jobs beschäftigt – bei
einem Durchschnittseinkommen von rund CHF 250.-- pro Person und Monat reicht
aber auch dies nur gerade für das Überlebensnotwendigste. Viele Eltern sind somit
schlichtweg nicht mehr in der Lage, ihre Kinder richtig zu ernähren,
geschweige denn sie fürsorglich zu betreuen. Solche Kinder und Jugendliche
finden keinen Halt in der Gesellschaft – und werden kriminell und
gewalttätig. Immer mehr Familien sind zudem gezwungen, ihre Wohnungen zu
verlassen, weil sie ihre Mieten nicht mehr zahlen können oder ihre Wohnungen
verkaufen müssen. Diesen Familien bleibt dann nichts anderes übrig, als in
Behausungen zu leben, die nicht einmal mehr die Bezeichnung als Bruchbude verdienen.
In unserer Anlaufstelle finden sich immer mehr Jungen und Mädchen ein, die
von solchen Problemen betroffen sind – aber auch Kinder und Jugendliche, die
von zu Hause weglaufen, weil sie dort geschlagen worden sind oder sich von
ihren Eltern einfach nicht genug unterstützt fühlen. In solchen Fällen
versucht unsere Heimleitung, mit den Eltern Kontakt aufzunehmen und im
Elternhaus ein Klima für die Jugendlichen zu schaffen, damit sie wieder nach
Hause zurückkehren können. Manchmal braucht es
aber nur einige liebevolle Worte, um die Jungen und Mädchen, zumindest für
einige Stunden, glücklich zu stimmen. Bei uns dürfen sie ihre Seele baumeln
lassen, sie werden so akzeptiert, wie sie sind, und vor allem; sie werden
verstanden. Das bedeutet unseren Kindern und Jugendlichen sehr viel, es lässt
sie Hoffnung schöpfen, es lässt sie Perspektiven sehen, vielleicht sogar
bewirkt dieses Verstandenwerden einmal einen Lebenslauf ohne
Zukunftssorgen... Seit dem Aufbau hat
unser Projekt Höhen und Tiefen erlebt. Zeitweilig wussten wir finanziell
weder ein noch aus, doch nie hat uns die Hoffnung verlassen, dass wir unser
Ziel erreichen werden. Wir sind Kämpfer für die Hoffnung, und kämpfen dafür,
dass unsere Freunde in Rumänien, die einst in bitterer Armut lebten, ein
menschenwürdiges Dasein führen können. Würden mehr Leute so denken und
handeln, so gäbe es vielleicht bald einmal keine Kriege, keine Armut und
keine Gewalt mehr. Ohne grundlegende gesellschaftliche Veränderungen werden
wir niemals ohne Hunger, Elend oder beispielsweise erdrückende Sorgen leben
können. Damit diese Veränderungen jedoch stattfinden können, braucht es viele
grosse und kleine Projekte, die zusammen den Grundstein für eine Gesellschaft
ohne Ängste bilden. Unsere Traumwelt, in der Liebe, Gerechtigkeit und Frieden
Realität sind, wird, zumindest im Moment, eine Utopie bleiben. Mit unserem
Projekt möchten wir jedoch ein Zeichen setzen und unsere Träume ein kleines
Stück Wirklichkeit werden lassen… |
Steckbriefe
Kinder und Jugendliche Rumänien 2009 Steckbriefe
Kinder und Jugendliche Indien 2009 Beginn Projekte in Mumbai
2007 Rumänienprojekte Herbst / Winter 2007 Einige unserer Kinder in Rumänien 2007 Rumänienprojekte
Herbst / Winter 2006 Bewilligung Lichtblick Juli 2006 Besuch Expertenkommission Juli 06 Situationsbericht
EU-Normen 2005 Kinder- und Jugendhaus Lichtblick Nothilfe für Strassenkinder und bedürftige Familien |
Stiftung
The Warriors of Hope;
c/o J.-C. Falk; Kalkbreitestr.
40; Tel.:
+41 44 461 29 19; E-Mail: projekthope@bluewin.ch;
PC-Konto
80-7111-3
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